Marrakesch

02.05.2019

Marrakesch ist neben Casablanca die bekannteste Stadt Marokkos. Doch wie sieht die Stadt die auf Instagram-Bildern so gefeiert wird wirklich aus? Wir haben den Crashkurs gemacht und uns die Hauptstadt von Marokko mal angesehen.

Doch da wir die Stadtbesichtigung per Reiseveranstalter gebucht haben, wird das ein Beitrag der sich mit Touren nach Marrakesch befasst.











Die Altstadt

Ich war tatsächlich etwas hin und her gerissen diesen Blogeintrag zu schreiben, bzw. überhaupt über Marokko zu schreiben. Denn die Faszination die Instagram-Bilder auf einen ausüben, haben nicht unbedingt etwas mit der Realität zu sein. Die Orte die Influencer in ihren Bildern verwenden sind Hotspots die meist zu Hotels oder Restaurants gehören. Diese wiederum wissen das für sich zu nutzen und verlangen natürlich für alles Geld. Das war mir von Bali zwar schon bekannt, aber die Insel hat einfach unglaublich nette Menschen, eine tolle Atmosphäre und eine einzigartige Landschaft zu bieten. Marokko kann da nur bedingt mithalten. Die Wüste und die Insta-Camps sind faszinierend und wunderschön, jedoch auch teuer und in der Regal nicht das erste was man ansteuert.

No Tour

Marokko ist ein Land das schon seit Ewigkeiten von Europäern besucht wird. Warum ich das erwähne? Es ist ausschlaggebend wie die Menschen vor Ort mit Touristen umgehen. Damit will ich nicht sagen das sie "böse" wären, im Gegenteil. Sie lächeln und sind nett und machen alles damit du am Ende Geld bei ihnen lässt. Es gibt aber auch die die mit einer Gleichgültigkeit ran gehen und Touristen annehmen wie jeden Stadtbewohner - die Sympathischen. 

Diese Einleitung musste sein, um zu erklären warum man Touren nicht buchen sollte. Touren waren früher perfekt um an geheime Orte zu gelangen und/oder aus Sicherheitsgründen. Doch heute ist man als Individual-Reisender in so Touristen-Ländern wie Marokko besser aufgehoben, zumindest was Städtetrips angeht, wie Marrakesch und Casablanca. Ich will mit den Sätzen nur Andere davor bewahren eine unnütze Tour zu machen wie wir. Leider sind wir mit einem Touristenbus in Marokkos Oase angekommen. 

Yes Tour

Eine Tour mit einem Reiseveranstalter der im eigenen Land stark vertreten ist hat den Vorteil das man viele gleichsprachige Gefährten begegnet. Dadurch hat man natürlich keine Hemmungen wegen möglichen Sprachbarrieren und kann frei von seinen bisherigen Eindrücken von Marokko berichten und sich über andere Reisen austauschen. Wir hatten durch die Tour die Möglichkeit mit einigen Menschen unterschiedlichen Alters zu sprechen, was eine Vielfalt an Eindrücken und Lebensberichten mit sich brachte, was ich sehr schätze. 

Why?

  1. Die engen Gassen mit einer großen Gruppe zu besuchen, sagt ja schon alles. 
  2. Man hetzt durch. Keine Zeit für Ruhe oder um die Umgebung auf sich wirken zu lassen.
  3. "Besuch der Highlights und ab nach Hause", ist das Motto.
  4. Guides die es nicht schaffen Leben in die Geschichte der Stadt zu hauchen.
  5. Keine Möglichkeit von Individualität. 

Wir haben es probiert und ein - NIE WIEDER - vor so Touren gesetzt. 


Die Highlights

Nach Touren Auffassung befinden sich die Highlights nur in der Medina und beinhalten den riesigen Markt, Djemaa el Fna, den leergeräumten Bahia-Palast, die Betrachtung der Koutoubia-Moschee aus der Ferne und der neu angelegte Le Jardin Secret Garten. 

Doch gerade Marrakesch hat einiges mehr zu bieten, und auch mehr als die Insta-Spots. Wer auf orientalische Schönheit wert legt wird im Jardin Majorelle fündig, aber auch der öffentliche Park, Menara Garten, lädt mit seinem See ein. Dagegen kann man auch etwas kulturelles tun, wie die Saadier-Gräber besuchen oder das Yves Saint Laurent Museum.







Medina

Kleidung 

Die Kleidungsfrage in einem Muslimischen Land ist immer so etwas spezielles für Frauen. Natürlich habe ich mich daher vorab auch mal informiert, wie die Marokkaner dort zu Minikleider stehen. Und was man im Internet findet entspricht nicht mehr ganz dem Zeitgeist. Bei unserer Gruppe beispielsweise ist ein Teenager mitgelaufen der Hotpants und Spagetti-Top getragen hat und keinen einzigen "komischen" Blick kassierte. Auf nach Nachfrage im Hotel, wurde mir mitgeteilt das es völlig ok ist, wenn man als Frau mit Shorts und Trägertop rumläuft, man sollte aus Respekt nur nicht all zu provokant rumlaufen. Jedoch gibt es eine Ausnahme. Wenn man vorhat tief ins Landesinnere vorzudringen sollte man sich lieber bedeckter halten, weil die Menschen dort nicht so an Touristen gewöhnt sind.

Mein Eindruck

Jeder Mensch nimmt von Orten andere Eindrücke mit, daher möchte ich nochmal darauf hinweisen dass das hier meine persönlichen Eindrücken von Marrakesch sind. 

Die Stadt hat mir im Gegensatz zu Agadir so viel besser gefallen. Sie ist sauberer, hat sehenswertes zu bieten und macht einfach einen lebhaften angenehmen Eindruck. Man merkt gleich das Marrakesch eine Hauptstadt ist und findet sich daher auch schnell im typischen Großstadtgewirr wieder.

Eindrucksstark ist dabei der Markt im Zentrum, das einem Irrgarten gleicht. Man bekommt dort die tollste Handwerkskunst geboten und das Wort wörtlich. Die Menschen sitzen in ihrem Stand und Schweißen oder Hobeln an ihrer neusten Kreation. Da man sowas natürlich nicht gerade aus Deutschland kennt ist das ein Highlight das man so nur in Marrakesch vorfindet. Fotos vom Gang schießen ist im übrigen ok, wer welche in den Stand machen möchte muss dem Standbesitzer dafür Geld geben. Da wir mit der Gruppe so durch gerast sind, war dafür keine Zeit.

Wer etwas sucht findet auch immer wieder mal Cafés und Lokale mit schönen Dachterrassen, die einen in tauschend und eine Nacht befördern. Wobei ich auch ehrlich sein möchte und erwähnen will das bei Sonnenuntergang diese Terrassen sich viel mehr lohnen. Die Stimmung, die sich gegen Abend über die Stadt legt ist mystischer als bei hellen Mittagslicht. Gut zu wissen: wer nur für ein Foto auf eine Dachterrasse möchte muss Geld zahlen.

Mein Tipp

Marrakesch ist die perfekte Stadt für ein langes Wochenende. Und damit die Reise nicht teuer wird ist mein Tipp über Ryanair einen Flug zu buchen und auch mal zu schauen was die Hotel-Angebote über Ryanair anbieten. Bei der Besichtigung der Stadt ist es ratsam eine Map mitzunehmen oder die Navigation übers Handy zu nutzen. Gerade bei dem großen Markt in der Medina kann man sich schnell verlaufen und auf Hilfe der Standbetreiber darf man nicht unbedingt hoffen. Man wird gerne vom Bruder, zum Cousin, zum Onkel etc. geschickt. Wenn man gerne frei reist sollte man sich die kleinen Gassen abseits ansehen. Man findet dort immer wieder richtig tolle Spots. Und zum Thema Spots, kann ich sagen das man nicht all zu viel verpasst, wenn man den Bahia-Palast auslässt. Die ganze Einrichtung wurde einem Museum gestiftet weshalb man im Palast selbst nur leere Räume vorfindet. Stattdessen würde ich die Zeit für einen Ausflug zum zweieinhalb Stunden entfernten Ouzoud-Wasserfall nutzen, der zwischen den Klippen wie das Paradies wirkt und sich gut auf Bildern macht.


Zurück

Fazit

Die Stadt hat was Eigentümliches, wie Lissabon oder Madrid, jedoch natürlich mit orientalischen Flair. Durch Kenia hab ich hier in Marokko gleich gemerkt dass ich mich in Afrika befinde, allerdings mit anderer Infrastruktur. Marrakesch im speziellen ist interessant und sicher perfekt für ein langes Wochenende, aber nicht für einen Tag und erst recht nicht für einen Tourtrip. Dafür ist die Stadt einfach zu groß und die Eindrücke die man sammeln kann zu viele. Ich bereue es etwas diese Stadt nur so gehetzt erlebt zu haben, aber vielleicht ergibt sich irgendwann mal wieder eine Reise in dieses Land - und dann mit mehr Zeit.