Die Safari-Wahrheit

06.10.2018

Zum Thema Safari hat wohl jeder eine Vorstellung, ob diese mit der Realität übereinstimmt ist eine andere Sache. Hier werde ich alle Fakten und Wahrheiten über unsere Kenia-Safari auf den Tisch packen. Ich bin gespannt ob es eueren Vorstellungen ähnelt oder extrem abweist oder wie ihr eure Safari erlebt habt.

Also vorab - wie stellt ihr euch eure Safari vor?










welcome earth

Ganz klar, um das Erlebnis einer Safari zu verstehen, muss man eine gemacht haben. Doch tatsächlich höre ich oft, dass wegen dieser Ungewissheit vor einem so fernen und fremden Land viele lieber zu dem gewohnten greifen. Man fährt dann lieber zum x-ten mal nach Italien oder in den Schwarzwald, da kennt man alles, nichts ist völlig fremd und die Nachbarn und Freunde waren auch schon oft dort. Die mutigen fliegen auch mal in die USA, aber auch nur in Orte in denen die Infrastruktur vergleichbar mit der heimischen ist. Ich will jetzt keinen Bericht lostreten warum das so ist, aber ich will versuchen zu zeigen das man in Ländern mit anderer Infrastruktur heutzutage sicherlich nicht mehr auf irgendwas verzichten muss. 

Die Fahrt

Man sollte natürlich immer im Hinterkopf haben dass die Infrastruktur nicht vergleichbar mit Europa ist. Das wird nämlich gerade auf den Straßen sehr deutlich. Worüber ich hier auch etwas berichtet habe. 

Es sollte einem auch klar sein das ein National Park für vom aussterben bedrohter Tiere nicht neben einer Stadt oder Flughafen liegt. Daher kann man gut und gerne mit 7 Stunden Fahrt rechnen bis man am Ziel ist. Die Fahrt wird zwischendrin mit Stops unterbrochen zum Beine vertreten, Souvenirkauf oder für die Toilette. Bei letzterem darf man mit einem sauberen Plumpsklo rechnen, dass ähnlich ist wie in ländlichen Gegenden im asiatischen Raum. Für fließend Wasser zum Händewaschen war an den Stopps wo wir waren immer gesorgt.

Das Auto

Bei einer privaten Safari hat man ein Fahrzeug immer für sich alleine. Im Regelfall teilt man jedoch sein Fahrzeug mit anderen Gästen. Bucht man allerdings nicht zur hoch Zeit des Tourismus kann man Glück haben und einen Wagen für sich bekommen. Die meisten Veranstalter stellen Safari-Busse, bei denen man das Dach öffnen kann, zur Verfügung. Selten hat man das Glück einen Geländewagen zu ergattern, bei dem sich natürlich auch das Dach öffnen lässt. Die Geländefahrzeuge sind meiner Meinung nach bei den Straßen die Kenia zu bieten hat die besseren Fahrzeuge.   Jeder Veranstalter bietet während der Fahrt seinen Gästen inkludierte Getränke (meist nur Wasser).

Vorab

Es ist sicher empfehlenswert sich vor einer Reise über das Reiseland zu informieren - sogar ratsam. Gerade was das eigene Verhalten in bestimmten Situationen angeht und dem Verhalten der Kultur gegenüber. Wer schon in muslimischen Ländern unterwegs war, weiß sicher was ich damit meine. Es ist einfach eine Form des Respektes die fremde Kultur zu akzeptieren und sich danach etwas zu richten.

Zu unserer Safari haben wir vom Reiseunternehmen eine zusätzliche Broschüre erhalten in der unteranderem stand, dass man während der Safari keine lauten Geräusche machen soll, keine grellen Farben tragen und vor allem seinem Guide immer und überall Folgeleisten soll. Definitiv schonmal eine Ansage dazu dass dies kein gewöhnlicher Urlaub ist. Tragen kann man sonst was man möchte, man sollte nur nicht die einsätzende Kälte bei Nacht unterschätzen und deshalb auch ein zwei ordentlich dicke Pullis einbacken. 

Tipp: Wer nur an Kenias Küste ist, darf bei Tag und Nacht mit schönen warmen Temperaturen rechnen. 

Die Landschaft

Jeder weis es, die wenigsten haben es in natura gesehen. Afrikas Erde ist Rot. Doch die wenigsten Bilder zeigen wie Rot sie wirklich ist. Flammende Erde ist da ein passender Begriff. Ich war wohl noch nie zuvor so fasziniert von Erde. Neben der roten Erde gibt es auch verschiedene Beigetöne die die Landschaft zieren. Diese Pigmentunterschiede liegen an der Witterung und den Eisenmineralien die dort überall in der Erde liegen.

Ich hatte das Gefühl, dass es in Kenia alles gibt was man sich an Landschaften vorstellen kann. Da gab es Trockensavannen, grünes Hochland, tropischen Regenwald, Vulkankegel und weiße Palmstrände. Man bekommt also eine Menge geboten und das in nur einem Land.

Wer sich neben Tieren für Geologie interessiert wird hier sicher neue Entdeckungen machen können. 

Die Menschen

In den Parks und auch außerhalb Leben viele Masai, die ihrem traditionellen und ursprünglichen Leben nachgehen. Diese Menschen freuen sich immer sehr über Geschenke wie Stifte und Papier, da das dort ein teures Gut ist. Doch beim Fotografieren ist Vorsicht geboten. Masai sind stolze Menschen, die sich gerne fotografiere lassen, aber nicht ohne Bezahlung. Wer sich nicht den Zorn eines Stammes auf sich ziehen möchte sollte immer um Erlaubnis fragen und wenn nötig bezahlen. Beim Besuch eines Dorfes, für das man auch Geld in Form von Eintritt bzw. Spenden zahlt, ist meist das Fotografieren mit inbegriffen. Im Allgemeinen sind die Menschen dort lustige Leute die schnell für Späße zu haben sind und einfach gute Laune verbreiten. Doch ich will ehrlich sein, es gibt auch die andere Sorte, die die geiert und habgierig ist. Diese haben wir zum Glück nur am Rande kennengelernt, denn die die auf Touristen angewiesen sind, überschütten einen gerne mit Freundlichkeit. 















Shetani Lava Flow

Vor 200 Jahren brach die Erde auf und ein glühender Lavastrom zog sich durch die Landschaft des Tsavo National Parks. Die Masai sprechen von Feuerteufeln die im Kampf die Erde zum Schmelzen brachten. 

Spricht man mit seinem Guide bzw. Fahrer viel ist der bereit viel von seiner Kultur und seinem Land zu erzählen. Wir hatten zudem das Glück, das Said deutsch sprach und er durch unser Interesse viel von sich aus Preis gab.

Wer Interesse an solche Einblicke über ein Land hat, sollte die Chance unbedingt nutzen und den Menschen viele Fragen stellen.












Unbeschreibliche Erlebnisse die für immer im Herzen bleiben

Die Lodge

Lodge werden die Unterkünfte in Parks genannt und enthalten den selben Standard wie Hotels.

Da wir eine Safari mit vielen Pirschfahrten gebucht hatten, hatten wir auch sehr gute Unterkünfte. Bei den meisten Reiseveranstaltern staffelt sich so etwas automatisch. 

Die Unterkünfte waren alle sauber, ordentlich, mit freundlichen Personal, gutem Essen, köstlichem Ananassaft (... trinkt einen dort, das kann man nicht im Ansatz mit anderen vergleichen - so köstlich!), gepflegten Anlagen und traumhaften Aussichten.

Die Lodge im Tsavo National Park war auf einem Hügel und nicht eingezäunt. Es hätte also quasi ein Zebra auf der Terrasse stehen können. Doch keine Sorge, Personal ist da dass keine gefährlichen Situationen zulässt. Im Übrigen ist die Aussicht beim Frühstück so umwerfend das man sich über so etwas keine Sorgen macht.

Im Tsavo West National Park hieß unsere Lodge "Kilaguni Serena Safari Lodge". Dort auf dem Gelände durften wir uns in einem bestimmten Radius der durch Schilder begrenzt war frei bewegen. Zur eigenen Sicherheit sollte man diesen Kreis auch nicht überschreiten. Außerdem bietet die Unterkunft tolle extras an, wie frühstücken im Park in freier Wildbahn.

Im Amboseli National Park wohnten wir in der "Amboseli Serena Safari Lodge" die eingezäunt ist. Möchte man dort im eingezäunten Bereich umherlaufen sind Masai-Krieger immer einem an der Seite, denn dieser National Park liegt auf Masai Land. Auch diese Lodge bietet tolle Dinge, wie einen Pool, Dinner im Bush mit traditionellen Essen und Masai-Unterhaltung.

Die Serena-Kette ist laut unserm Guide eine der besseren Unterkunft-Anbietern. Auch die Unterkünfte für die Fahrer, die abseits liegen, wären besser als bei anderen.

Eine Pirschfahrt

Es kommt vor das mal an einer Stelle viele Fahrzeuge sind. Die Fahrer halten nämlich auch Funkkontakt, um sich über Tierbewegungen zu informieren. Denn alle Fahrer haben ein Interesse daran, dass man als Tourist viele Tiere sieht. Gerade die Wildkatzen sind eher selten im Park zu finden. Da ist es hilfreich wenn bei Sichtung die anderen Fahrer ihren Gästen so dieses Erlebnis auch ermöglichen können. Im Regelfall fährt man jedoch relativ alleine umher und dabei können, wie auf dem Bild zusehen, auch mal Tiere ganz nah den Weg kreuzen. Solche Nähe zum Tier ist tatsächlich die meiste Zeit gegeben. Zwar kann man seinem Fahrer auch darum bitten größeren Abstand zu halten, jedoch ist das kaum möglich. Und mal ehrlich - ist es nicht auch das, was eine Safari ausmacht? 

Impfungen

Welche Impfungen zu empfehlen sind und unbedingt nötig kommt ganz klar darauf an welches afrikanische Land man besucht. Die normalen Impfungen die man meist schon in jungen Jahren bekommt sollten auf jeden Fall aktuell/frisch sein. Spezifische Impfungen werden auf der Webseite des auswärtigem Amtes aufgeführt. Wir selbst haben uns nur zusätzlich gegen Gelbfieber impfen lassen, weil in manchen afrikanischen Ländern es wohl so sei, dass man dann eventuell nicht wieder problemlos ausreisen könnte. Auf eine Malaria-Profilaxe haben wir in Kenia, wie auch in Thailand und Indonesien, verzichtet. Doch das soll keine Empfehlung sein, die Entscheidung für oder gegen muss jeder für sich treffen.

Fazit

Erwartungen erfüllt, ruiniert oder durcheinander gebracht? Jeder nimmt andere Eindrücke von einem Urlaub mit. Doch eins will ich ganz klar sagen, die Unterkünfte waren alle top, die Menschen freundlich und das Land atemberaubend. Selten nehme ich aus einem Urlaub solche eindrucksvollen Eindrücke mit, die einem noch Jahre später  so bewegen. Ich selbst durchstöbere gerne vor Reisen das Internet nach meinem Reiseziel, doch richtige Erwartungen lasse ich ungern entstehen. Vor vielen Jahren, bei meinem ersten Urlaub habe ich mir alles ausgemalt und vorgestellt und wurde total enttäuscht. Es war dadurch kein schlechter Urlaub, aber wenn man Erwartungen hat und diese negativ erfüllt werden, kann man einer Enttäuschung wohl kaum entgehen. Und hat man Angst, Sorgen oder traut sich nicht recht, ist so ein Post vielleicht nicht schlecht um einem die Entscheidung zu erleichtern. 

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