Das Masai Dorf

10.10.2018

Massai, Maassai, Maasai oder Masai. Alle Schreibweisen sind richtig und beziehen sich auf die selbe Volksgruppe im Süden Kenias, sowie im Norden Tansanias. Die Serengeti ist ihr Zuhause.














Die stolze Masai-Frau

Lange Ohrläppchen, kahle Köpfe und viel Schmuck sind typische und traditionelle Schönheitsideale der Masai.


Anschließend wurden wir durch das Dorf geführt und der Dorfvorsteher hat uns den üblichen Alltag seines Stammes erklärt. Auch in die dortige Heilkunst wurden wir unterwiesen. Man erklärte uns wo man welche Wurzeln oder Äste findet, wie man sie zubereitet und gegen was sie helfen. Alles in allem sehr interessant. Wenn man möchte kann man anschließend für einen wie wir fanden teuren Preis die Heilmittel kaufen. Man sollte sich aber vorher informieren ob die Ausfuhr und Einfuhr des jeweiligen Utensils auch erlaubt ist.

Zur Begrüßung wurde für uns gesungen und ein traditioneller Springtanz aufgeführt. Die Männer messen sich dabei gerne, wer am höchsten Springen kann, um ihre Stärke zu demonstrieren. Nach ein paar Augenblicken wurden wir auch schon zum Mitmachen animiert und kurzerhand wurde einem schon erklärt wie man was zu machen hat. Da kommt es einem schnell so vor, man hätte zwei linke Füße und sei etwas begriffsstutzig. Doch die Eindrücke stürmen so auf einen ein, dass man das Gefühl bekommt etwas überfordert zu sein. Nichtsdestotrotz war es lustig und toll mitmachen zu dürfen.

Die Masai sind sehr bemüht einem alles zu zeigen und das was sie können zu demonstrieren. Und im Grunde ist es auch wirklich beeindruckend was diese Menschen aus so einfachen Dingen alles erzeugen können. Die meisten Europäer, ich wohl eingeschlossen, würden nicht mal halb so gut nur einen Tag in diesem Land zurecht kommen. Da ist es doppelt interessant, wie sie mit zwei Stöcken und etwas trockenem Stroh ein Feuer entflammen.

Übrigens sind die Plastikeimer und -wannen von Touristen gebracht worden. Ein italienisches Pärchen kommt jedes Jahr vorbei und hilft dem Dorf bei unterschiedlichsten Dingen, wie zum Beispiel dem Schulaufbau den sie vollständig fördern. Hier hilft keine große Organisation. 

Ich finde es tief beeindruckend, was Menschen aus Nächstenliebe zu völlig Fremden alles machen und dennoch dabei den Ursprung, der doch so anderen Lebensweise, respektieren.










Eine andere Welt

Ein Ring aus Geästen ist der Schutzwall des Dorfes.

Am Morgen wird das Tor geöffnet zum Einbruch der Dunkelheit wieder geschlossen zum Schutz vor wilden Tieren. Könntet ihr da ruhig schlafen? Masai leben in Hütten, aus Lehm, Rinderdung und Ästen. Diese Behausungen schützen vor Hitze und Kälte, sind das warme Nest von Liebenden und das Dach über dem Kopf der Kinder. Richtige Räume gibt es nicht, doch mit Tüchern schafft man eine gewisse Teilung. Außerdem muss man sich in seiner Hütte blind zurecht finden denn Fenster gibt es nicht, zum Schutz vor Moskitos.

Wer hätte gedacht, dass selbst heute noch diese Menschen mit einem bloßen Speer Geparden und Leoparden fernhalten?

Wir hatten die Möglichkeit mit dem Sohn des Dorfvorsteher in seine Hütte zu gehen. Diese Einlandung ist eine Ehre die wir gerne annahmen. Es war stock dunkel, und Aufgrund der dunkleren Hautfarbe unseres Gegenübers konnten wir ihn nur Anhand des Weißen im Auge ausmachen. Die Hütte roch nach Natur, aber stank nicht, sie war sauber und "minimalistisch" eingerichtet. Wichtige Dinge hingen mit Schnüren befestigt an der Decke. 

In der Hütte hatten wir außerdem die Gelegenheit uns mit ihm zu unterhalten. Zwar war sein englisch nicht das Beste, aber mit Händen und Füßen konnte man sich verstehen. Wir unterhielten uns über den Alltag im Dorf und ähnlichem und kamen dann zum Thema Frau. Er erzählte uns, dass den Männern der Masai erlaubt ist viele Frauen zu nehmen, er selbst eine bevorzuge. An Rindern mangelt es ihm zwar nicht, denn das ist sozusagen die Währung um eine Frau bei der Brautfamilie auszulösen. Er meinte: "Zu anstrengend. Die Frauen sind anspruchsvoll, sehr stolz und können auch sehr eifersüchtig werden. Den Ärger spart er sich lieber." Wie viele Männer da wohl nicken würden...













Fröhliche Kinder

Die Kleidungsstücke kommen von Spenden des italienischen Paares das jedes Jahr das Dorf besucht.

Als wir die Schule besuchen durften sangen uns die Kinder fröhliche Lieder vor. Sie klatschten dabei und beäugten uns mit Skepsis, mit Langeweile und Neugier. Alles in allem typische Kindergesichter von Kindern die fit und gesund sind, wenn auch die Kleidung verlebt ist. Doch so normal und typisch ist das alles dann auch wieder nicht. Bei den Älteren sieht man das mehr hinter dem Kopf arbeitet, die Jüngeren dagegen noch mit unschuldigen Kinderaugen in die Weltblicken. Sie wachsen anders auf, kein schlechtes anders, aber eben anders als europäische Kinder. Sie wachsen mit mehr Verantwortung auf und festen Plätzen für die Zukunft. 

Zu Zeit als der Lehrer (der Mann im blauen Gewand) des Dorfes klein war, waren Schulbesuche keine Selbstverständlichkeit.

Er erzählte uns das es früher keine Schule in der Nähe gab. Er selbst lernte in einer Schule die zwei Tage Fußmarsch entfernt lag. Das ganze Dorf hatte damals dafür zusammengelegt, damit er ganz alleine dorthin konnte um zu lernen. Den Weg legte er dabei immer alleine Zurück und war dabei oft Monate lang weg, von Familie und Freunden getrennt, in einem Alter von 5 Jahren. Den Weg zurück fand er durch die Sterne, denn die Masai sind in der Regel ein Nomadenvolk und geben ihr Wissen früh den kleinsten mit auf den Weg. Sein erlangtes Wissen aus der Schule gibt er heute den Kindern seines Dorfes weiter.

Es wird viel getan...

... aber es ist noch nicht genug. Was man tun kann damit es schneller besser wird? Dafür gibt es wohl kein Rezept. Wir hatten uns selbst informiert vor Ort und im Internet darüber, wie man Spenden direkt an ein Dorf senden kann. Doch leider ist das fast unmöglich. Schickt man etwas per Post kann es sein das es vorher abgefangen wird und der Inhalt verkauft wird. Kommt es doch beim Dorf an, kann es sein das Geld, dass die Leute nicht haben, für die Aushändigung gefordert wird. Leider ist das wohl die Regel. Die gängigste Variante um Spenden und Ähnliches an die Menschen zu bringen ist selbst direkt dorthin zu Reisen.

Das Dorfleben, die Menschen, die Herzlichkeit und Offenheit können einen schnell in den Bann ziehen. So ging es zumindest mir. Selbst Vorort zu sein bewegte mich um so mehr Hilfe anzubieten und zu geben, als Bilder aus dem Fernsehen. Und nein das soll nicht heißen dass es mich vorher kalt gelassen hat, aber den Menschen denen man Hilfe anbietet in die Augen zu sehen ist eben ganz klar persönlicher.


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